23.01.2011

Lieber Bücherfreunde,

noch ist das Wetter nasskalt, Sonnenstrahlen lassen auf sich warten. Um die Zeit bis zum Sommer zu verkürzen, empfehlen wir die beiden Romane "Mallorca hin und nicht zurück" von Maike Hempel und "Mallorca, Tiere, Sensationen" des Autorenduos Horst Kasube und Günther Koslowski.

Bleiben Sie uns treu,
Ihr Muschel-Team

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Schützenstraße '82

Am 15. Dezember 2010 startet in Köln ein engagiertes Theaterprojekt unseres Autors Laabs Kowalski:

"Schützenstraße '82" ist ein Parallelbühnenstück, dessen Ziel es ist, eine Demokratisierung des dramatischen Personals einzuleiten. Als Ort der Aufführung werden bundesweit diverse Gaststätten fungieren (Dramatisierung des öffentlichen Raums), womit eine Nivellierung der Distanz zwischen Bühne und Zuschauerraum erzwungen wird. Der Ort wird damit zum Teil der Inszenierung. Die in den Gaststätten anwesenden Personen sind zugleich Figuren, deren Darsteller und zu ihrem Publikum (unknown acting). Somit wird die Welt konzeptionell zu ihrer eigenen Bühne. Ziel ist die Genese einer neuen Form des Theaters, das sich, indem sein Personal demokratisiert wird, selbst dedramatisiert.

Die Aufführungsdauer ist zeitlich unbegrenzt; die Inszenierung so angelegt, dass sie niemals endet. Damit wird "Schützenstraße '82" das längste Bühnenstück, das es je gab, und zugleich das Drama mit den meisten Akteuren. Die Premieren werden zeitgleich um 20 Uhr in den Gaststätten "Em Kapellche", der "Bick-Bar" und dem "Sonic Ballroom" stattfinden. Weitere Aufführungsorte werden folgen.

Wesentliche Bestandteile des künstlerischen Konzeptes sind:

1. der Rückgriff auf Laiendarsteller, die über den Inszenierungscharakter der stattfindenden Aufführung bewusst im Unklaren gelassen werden, wodurch die Beziehung zwischen Figur und ihrem Darsteller künstlerisch neu definiert wird, sowie
2. der bewusste Verzicht auf vorgegebene Bühnentexte zugunsten einer ad-hoc-Darstellung und damit einer Profanisierung des dramatisch Dargestellten und
3. die Aufhebung der Diktatur der Regie.

Inhalt des Stückes ist die Darstellung sozio-historischer und interkultureller Momente, deren historische Verankerung in der Gaststätte "Kleine Postkutsche" in der Schützenstraße in Dortmund des Jahres 1982 liegt, als dieses Lokal von Herrn Manfred Laabs betrieben wurde. Zu diesem Zwecke tragen die Darsteller Namensschilder von Personen, wie sie damals in der "Kleinen Postkutsche" verkehrten.

Rechtliche Grundlage ist § 5 des deutschen Grundgesetzes, wonach es verboten ist, auf Methoden, Inhalte und Tendenzen einer künstlerischen Tätigkeit einzuwirken und den künstlerischen Gestaltungsraum in irgendeiner Weise einzuengen. Diese Kunstfreiheit muss auch durch den Gesetzgeber beachtet werden, da dieses Grundrecht gegenüber anderen Grundrechten eben nicht durch Gesetze eingeschränkt werden darf.

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